Ein Bildungsprojekt der Liberalen Jüdischen Gemeinde Oldenburg e.V.

Gegen Antisemitismus.
Für Aufklärung.

Antisemitismus ist leider kein Phänomen der Vergangenheit. Er zeigt sich auch heute darin, wie Menschen denken, was sie wahrnehmen und welche Vorstellungen sie mit bestimmten Ereignissen verbinden.

Unser Bildungsangebot setzt hier an. Wir arbeiten mit historischen und aktuellen Beispielen und sprechen darüber, wie Vorurteile, Vereinfachungen und Zuschreibungen entstehen.

Editoriale Collage aus historischem Relief und Archivfotografien zum Thema Antisemitismus und Erinnerung
Collage aus historischem Relief und Archivfotografien Quelle: bote-ol.de
wahrnehmen
unterscheiden
urteilen

Aufklärung beginnt
mit genauer Wahrnehmung.

Antisemitische Vorstellungen haben eine lange Geschichte. Manche begegnen uns bis heute, oft in veränderter Form und nicht immer sofort erkennbar.

In unserem Bildungsangebot schauen wir uns solche Beispiele genauer an. Wir fragen, welche Bilder und Vorstellungen dahinterstehen, wie bestimmte Aussagen wirken und wo wichtige Unterschiede liegen. Darüber wollen wir miteinander ins Gespräch kommen.

Vier Prinzipien,
die alle Bausteine verbinden.

Die Bausteine unterscheiden sich in Thema und Arbeitsweise, folgen aber einem gemeinsamen Gedanken: Wir wollen genauer hinschauen und verstehen, wie unterschiedliche Sichtweisen und Bewertungen entstehen.

Welche Inhalte dabei im Vordergrund stehen, richtet sich nach der Gruppe, dem Material und der Zeit, die zur Verfügung steht.

  1. 01

    Wahrnehmen

    Bilder, Sprache und vertraute Deutungsmuster aufmerksam betrachten.

  2. 02

    Einordnen

    Historische Zusammenhänge und gegenwärtige Erscheinungsformen unterscheiden.

  3. 03

    Reflektieren

    Eigene Perspektiven prüfen, ohne vorschnelle Zuschreibungen oder Schuldzuweisungen.

  4. 04

    Diskutieren

    Fragen offen verhandeln und begründete Urteile entwickeln.

Unsere Bausteine und Arbeitsweisen

Das Bildungsangebot ist modular aufgebaut. Je nach Gruppe, Thema und verfügbarer Zeit können einzelne Bausteine ausgewählt und miteinander verbunden werden.

Dadurch entstehen unterschiedliche Formate – von einer kurzen Einheit bis zu einem ausführlicheren Seminar oder Workshop.

01 Bild- und Quellenarbeit

Verstehen

Wie sind antisemitische Vorstellungen entstanden, und warum verschwinden sie nicht einfach? Historische und aktuelle Beispiele helfen, Entwicklungen und wiederkehrende Muster zu erkennen.

Methoden: Bildimpuls, Quellen- und Fallanalyse, historische Einordnung, Reflexion und moderiertes Gespräch.

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02 Textwerkstatt

Unterscheiden

Nicht jede zugespitzte oder problematische Aussage ist automatisch antisemitisch. In der Textarbeit geht es darum, genauer zu lesen und Unterschiede zwischen politischer Kritik, Verallgemeinerung und antisemitischer Zuschreibung sichtbar zu machen.

Methoden: Gemeinsame Textarbeit, Begriffsanalyse, Vergleich von Positionen, Kriterienbildung und Diskussion.

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03 Fall- und Medienanalysen

Anwenden

Aktuelle Medienberichte, Bilder und öffentliche Debatten bieten viel Material für die gemeinsame Analyse. Dabei lässt sich ausprobieren, wie die zuvor besprochenen Fragen und Kriterien auf konkrete Fälle angewendet werden können.

Methoden: Medien- und Materialanalyse, Fallvergleich, kriteriengeleitete Diskussion und begründete Urteilsbildung.

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Mögliche Zeitrahmen

Wir stimmen Umfang und Auswahl auf die verfügbare Zeit ab.

  • 90 Minuten
  • 120 Minuten
  • Projekttag / Fortbildung
Beispielmodule – Auswahl
Baustein 01
Bild, Wahrnehmung und Projektion · Geschichte, Wandel und Kontinuität · Antisemitismus in der Gegenwart · Analyseinstrumente und Abschlussreflexion · und weitere
Baustein 02
Moderner Antisemitismus und die Frage der Abgrenzung · Israelbezogener Antisemitismus · Kollektive Verantwortung und Zuschreibung · Kritik, Delegitimierung und Dämonisierung · und weitere
Baustein 03
Möglicher antisemitischer Vorfall · Proteste an US-Universitäten · Jordanisches Schulbuch · und weitere

Bildung findet an
vielen Orten statt.

Mahnmal für alle Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg
Mahnmal für alle Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg Quelle: bote-ol.de

Wir wollen nicht vorgeben, was jemand denken soll. Uns interessiert vielmehr, wie bestimmte Vorstellungen entstehen, warum sie sich so lange halten und welchen Einfluss sie auf unsere Sicht auf Ereignisse und Menschen haben.

Wir arbeiten deshalb mit konkreten Beispielen aus Geschichte, Medien und Gegenwart. Gemeinsam schauen wir, was tatsächlich zu sehen oder zu lesen ist, welche Deutungen hinzukommen und wo daraus pauschale Zuschreibungen entstehen können.

Unterschiedliche Meinungen gehören zur Diskussion. Entscheidend ist, dass wir miteinander sachlich sprechen, genau zuhören und bereit sind, die eigene Sicht noch einmal zu überprüfen.

Am Ende muss nicht auf jede Frage eine gemeinsame Antwort stehen. Wichtig ist, besser zu verstehen, wie Antisemitismus entsteht, wie er sich verändert und woran man ihn erkennen kann.

Jüdische Erfahrung.
Pädagogische Perspektive.
Offener Dialog.

In das Bildungsangebot fließen Erfahrungen aus jüdischem Leben heute ebenso ein wie pädagogische Erfahrung und das Interesse an einem sachlichen Austausch.

Das Angebot richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Biografien, religiösen Hintergründen und Weltanschauungen. Der Zugang soll möglichst einfach sein.

Das Projekt arbeitet nicht gewinnorientiert. Einnahmen und Spenden werden für die weitere Bildungsarbeit und für Materialien verwendet, die Schulen, Bibliotheken, Gedenkstätten und anderen öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden können.

Antisemitismus als Bildungs- und Wahrnehmungsproblem

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Eine Initiative im Rahmen der Liberalen Jüdischen Gemeinde Oldenburg e.V.

Unter der Patenschaft der Union Progressiver Juden in Deutschland

Mit medialer Unterstützung durch das Informationsportal „Der Bote – Der Shlikh“

Wir entwickeln die Module und Materialien weiter. Lehrkräfte, Fachleiterinnen und Fachleiter sowie andere pädagogische Fachkräfte können sich gern an der Erprobung beteiligen und ihre Erfahrungen einbringen. Schritt für Schritt soll so ein kostenfrei zugänglicher Materialpool entstehen. Die Materialien sollen sich für unterschiedliche Gruppen und Formate nutzen und weiterentwickeln lassen.

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Schreiben Sie uns kurz, mit welcher Gruppe Sie arbeiten und wie viel Zeit vorgesehen ist. Wir melden uns für ein unverbindliches Vorgespräch.

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